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Trauma_

 

 

 

 

 

Unfälle, Naturkatastrophen, Gewalterfahrungen, medizinische Diagnosen, lebensbedrohliche Erkrankungen und medizinische Eingriffe, frühe Trennungen in der Kindheit, Verlust einer wichtigen Bezugsperson, Verlust der Existenz, Flucht vor Krieg und Vertreibung – vielfältige Ereignisse können auf uns traumatisierend wirken. Häufig wirken traumatisierende Ereignisse aus der Kindheit ins Jugend- und Erwachsenenalter fort (sogenannte Entwicklungs- und Bindungstraumata).

Manche Traumatisierungen treten plötzlich und einmalig auf – wie ein Autounfall. Dieses Erlebnis kann das Leben in ein Vorher und Nachher unterteilen. Andere Traumatisierungen treten wiederholt auf – wie Vernachlässigung in der Kindheit, sexuelle, körperliche und/oder psychische Gewalterfahrungen. Dies führt meist zu komplexen Folgen – oft nicht oder nur in Teilen erinnerbar.

Allen Traumatisierungen ist gemeinsam, dass sie uns erschüttern und an die Grenze dessen bringen, was wir als Menschen ertragen können. Dieses Erleben von Hochstress kann zu unterschiedlichen Reaktionen führen – wie Unruhe, hohe Anspannung, Schwierigkeiten in Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit, Angst- und Panikzustände, körperliche Beschwerden, Depressionen, Alpträume, Dissoziationen und Flashbacks. Häufig stehen vor allem Scham- und Schuldgefühle im Vordergrund.

Diese Reaktionen sind normale Anpassungsleistungen, Ausdruck der Selbstregulation unserer Psyche, unseres Körpers an das nicht-alltägliche, abnormale, unfassbare Ereignis. Und sie sind behandelbar – Schritt für Schritt.

 

„Auch eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem 

ersten Schritt.“ (Laotse)

 

 

Die Wissenschaft spricht von der „Psychophysiologie“ des Traumas. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass ein Trauma sich sowohl auf unsere Psyche als auch auf unseren Körper auswirkt. Das hat konsequenterweise zur Folge, dass eine wirkungsvolle Behandlung der Auswirkungen eines Traumas auf einen Menschen sowohl „psychisch“ als auch „somatisch/körperlich“ ansetzen und wirken muss – also ganzheitlich zu sein hat.

Wir alle erleben manchmal Situationen in denen uns vor Freude das Herz klopft und uns ganz warm wird oder wir beim Zahnarzt, vor einer Prüfung ein mulmiges Gefühl im Magen haben und vor Angst schweißnasse Hände bekommen oder uns übel wird. Unsere Gedanken und Gefühle zeigen also Resonanz im Körper – und auch umgekehrt. Sportliche Anstrengung kann ein Glücksgefühl in uns auslösen, eine aufrechte Körperhaltung, ein erhobener Kopf lassen uns selbstbewusster fühlen. Die Forschungsrichtung, die sich mit der Wechselwirkung von Körper und Psyche auseinandersetzt, ist die Embodiment-Forschung, zurückzuverfolgen bis zu Aristoteles.

Die Auswirkungen eines Traumas sind vielfältig und ganzheitlich – uns so gehen wir auch in der Traumabehandlung vor.

 

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.

 (Aristoteles)

 

Die ersten gemeinsamen Schritte in der Traumabehandlung sind ausschließlich auf Stabilisierung ausgerichtet, damit das Erlebte an Schrecken verliert, die Auswirkungen auf den Alltag abgemildert werden können – Sie selbst wirksam mit aufdrängenden Erinnerungen, Gedanken und starken, unkontrollierbaren Gefühlen umgehen lernen. Stabilisierung begleitet uns jedoch auch weiterhin, während des gesamten Prozesses einer Traumatherapie. Wir erkunden dazu Ihre Ressourcen: alles was Ihnen guttut, Ihnen Freude macht, Sie hält und stärkt, Ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Schutz gibt, Ihnen ermöglicht sich zu entspannen, zur Ruhe zu kommen, den Kopf frei zu haben, Ihre Kraft zu spüren. Wir erkunden dazu Oasen (Situationen und Orte, an denen Sie sich sicher und wohl fühlen) und greifen gute Erinnerungen auf z.B. Stärken als Sie ein Kind waren und sammeln positive Erfahrungen aus Ihrem aktuellen Leben, im Hier und Jetzt. Darüber hinaus können wir neue Ressourcen etablieren, durch z.B. Imaginationen (stärkende, innere Bilder), Atem- und Körperübungen, kreative Techniken wie Malen und anderes.

Diese Arbeit an den Ressourcen dient nicht als Ablenkung vom Schrecken – sondern als Gegengewicht, damit Sie wirksames „Handwerkszeug“ haben, um Ihre Beschwerden selbstwirksam zu lindern und sich in Ihrem Alltag weitgehend sicher und stabil zu fühlen. Diese Stabilisierungsphase dient darüber hinaus als absolut notwendige, unverzichtbare sichere Basis für die direkte, sogenannte „konfrontative“ Bearbeitung Ihrer traumatischen Erfahrungen z.B. mit Hilfe von EMDR, der Screentechnik, Brainspotting u.a.

Ob Sie sich dazu entscheiden, Ihre traumatischen Erlebnisse in einer weiteren Phase der Behandlung direkt und konfrontativ zu bearbeiten, ist Ihre persönliche, individuelle Entscheidung. Ich begleite Sie - mit Offenheit - auf Ihrem Weg. Sie entscheiden, wohin die Reise geht.